Falkensteiner Lieder

Aus dem Liederbuch der Hutterischen Brüder / The Christian Press Ltd, Winnipeg, Canada, 1953:

"Den 6. Dezember 1539 sein zu Steinabrunn in Österreich viele Frommen zusammenkommen (meistens Philipppische), um sich mit den Hutterischen zu unterreden und vereinigen. Da ist des Königs Profos von Wien mit vielen Leuten, die er dazu bestellt hat, in der Nacht eingefallen, und bei 150 Personen gefangen genommen, aufs Schloss Falkenstein geführt, daselbst viel mit ihnen versucht, wie man dasselbige in ihren Episteln lesen kann, deren sie viele geschrieben haben.

Als sie sich nicht ließen weisen, hat man ihrer 90 gebunden, bin gen Triest ans Meer geführt, um sie daselbst auf die Galeeren wider die Türken und andere Feinde zu gebrauchen. Da sein sie in dem 1540. Jahr den 11. Tag Februar in einer Nacht alle ledig worden und auskommen. Die Strick, mit denen sie gebunden waren, dienten ihnen zur Hinablassung von der Mauer. sein fast alle zur Gemein kommen, außer 12, die sie wieder einfingen und aufs Meer geschickt wurden, da sie ihr Leben in großer Trübsal beschließen mussten. Folgendes sind ihre Lieder, so wie auch die, die andere Brüder machten und ihnen zum Trost sandten."

Derselbe Text gelesen, mit musikalischer Einleitung: Die Falkensteiner Lieder

Leser: Alexander Basnar
Musik: "Hildebrand" - mittelalterliche Melodie, die auch für einige der Falkensteiner Lieder verwendet wurde (gespielt mit Flöten, Dulcimer und Trommel)

Beispiele für die Falkensteiner Lieder 

O Gott, Vater in Ewigkeit

Text: Leonhard Roth
Melodie: "Die sieben Wort", 15.Jhdt

Interpret: Eric Lundquist
Gitarre & Flöten: Alexander Basnar

(Kupferstich aus dem Märtyrerspiegel: Abschied der hutterischen Galeerensklaven von ihren Familien)